Kurz gesagt: Trekkingplätze sind ausgewiesene, im Voraus gebuchte Zeltplätze im Wald — meist mit Feuerstelle, oft mit einfacher Toilette, ohne Strom, ohne Trinkwasser, ohne Dusche, ohne Rezeption. Sie kosten wenige Euro pro Nacht und lösen das Problem, dass wildes Zelten in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt ist. Für Bikepacking sind sie die sauberste Lösung — vorausgesetzt, man legt die Etappen vorher fest.
Die romantische Vorstellung vom Bikepacking endet abends irgendwo im Wald, mit einem kleinen Zelt und niemandem in Sichtweite. Die rechtliche Wirklichkeit in Mitteleuropa sieht anders aus — und die gute Nachricht ist, dass jemand das Problem gelöst hat.
Warum wildes Zelten nicht funktioniert
In Deutschland ist das Zelten in der freien Natur grundsätzlich nicht gestattet. Die Einzelheiten regeln die Länder unterschiedlich — über ihre Waldgesetze, Naturschutzgesetze und die Regelungen der jeweiligen Schutzgebiete. Drei Punkte stecken den Rahmen ab.
- Das Betretensrecht deckt das Übernachten nicht. § 14 Abs. 1 BWaldG gestattet das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung; Radfahren ist dabei nur auf vorhandenen Straßen und Wegen erlaubt. Vom Übernachten ist dort nicht die Rede — und Wald hat immer einen Eigentümer.
- Die Länder regeln die Einzelheiten, und sie tun es verschieden. § 14 Abs. 2 BWaldG überlässt ihnen die Ausgestaltung. Schleswig-Holstein etwa hat eine ausdrückliche Ausnahme: Nach § 37 Abs. 2 LNatSchG SH dürfen „nichtmotorisierte Wanderer“ außer in Nationalparken und Naturschutzgebieten abseits von Campingplätzen für eine Nacht zelten, „wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind und keine anderen Rechtsvorschriften entgegenstehen“. Der zweite Halbsatz ist der entscheidende: Man braucht die Zustimmung des Grundeigentümers. Und ob Radfahrer unter „nichtmotorisierte Wanderer“ fallen, ist eine offene Auslegungsfrage.
- Der Schutzstatus der Fläche entscheidet mit. In Naturschutzgebieten sind nach § 23 Abs. 2 BNatSchG alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Gebiets oder zu einer nachhaltigen Störung führen können; betreten werden dürfen sie nur, soweit das mit dem Schutzzweck vereinbar ist. In Landschaftsschutzgebieten ist der Maßstab milder (§ 26 Abs. 2 BNatSchG). Ein Naturpark ist demgegenüber kein eigener Verbotstatbestand — was dort gilt, ergibt sich aus den Schutzgebieten, die in ihm liegen. Ob ein Wegegebot besteht, steht in der Verordnung des jeweiligen Gebiets; pauschal sagen lässt es sich nicht.
Was daraus im Einzelfall folgt, hängt vom Bundesland, vom Schutzstatus der Fläche und vom Eigentümer ab. Wer es genau wissen will, muss für die konkrete Region nachsehen — pauschale Auskünfte im Netz sind hier regelmäßig falsch. In Belgien gelten wieder eigene Regeln — siehe unten; wer die Grenze auf dem Vennbahn-Radweg überquert, plant die Übernachtungen für beide Seiten getrennt.
Ausführlich aufgeschlüsselt — die Abgrenzung zwischen Zelten und Biwakieren, was Duldung bedeutet und was auf Privatgrund gilt — steht bei wildnisruf.de im Beitrag Erste Nacht ohne Zelt sicher planen.
Der praktische Punkt für die Tourenplanung: Man kann sich nicht darauf verlassen, abends einen Platz zu finden. Und eine Tour, bei der man jeden Abend hofft, nicht gesehen zu werden, ist keine erholsame Tour.
Was ein Trekkingplatz ist
Ein Trekkingplatz ist eine kleine, ausgewiesene Fläche im Wald, auf der man mit vorheriger Buchung eine Nacht zelten darf, in manchen Netzen auch zwei. Die Ausstattung ist bewusst minimal:
- Platz für ein bis wenige Zelte
- meist eine Feuerstelle oder Grillstelle
- oft eine einfache Toilette
- manchmal eine Schutzhütte oder eine Bank
- kein Strom, kein Trinkwasser, keine Dusche, keine Rezeption
Erreichbar sind die Plätze in der Regel nur zu Fuß oder mit dem Rad, nicht mit dem Auto. Genau das hält sie so ruhig, wie sie sind.
Wie die Buchung läuft
Fast alle Trekkingplatz-Netze arbeiten nach demselben Muster: online buchen, Gebühr zahlen, Bestätigung aufs Telefon oder ausgedruckt mitnehmen. Die Gebühr liegt im Bereich weniger Euro pro Nacht und Zelt.
Wichtig sind die üblichen Regeln, die überall ähnlich lauten:
- Meist nur eine Nacht pro Platz, in manchen Netzen höchstens zwei — es ist kein Camping, sondern ein Zwischenstopp.
- Ankunft am Abend, Abbau am Morgen.
- Feuer nur in der vorhandenen Feuerstelle, und nur wenn keine Waldbrandgefahr besteht.
- Der gesamte Müll wird wieder mitgenommen — auch der, den andere hinterlassen haben. Die Grundsätze dahinter fasst Leave No Trace zusammen.
- Die Zahl der Zelte und Personen ist begrenzt und steht in der Buchung.
Die Netze sind regional organisiert, viele Bundesländer und einzelne Naturparks betreibt sein eigenes. Es gibt also keine zentrale Buchungsseite — man sucht nach dem Netz der Region, durch die die Tour führt.
Trekkingplatz oder Campingplatz?
| Trekkingplatz | Campingplatz | |
| Ruhe | sehr hoch | wechselhaft |
| Dusche | nein | ja |
| Strom zum Laden | nein | meist ja |
| Essen vor Ort | nein | oft Restaurant oder Kiosk |
| Preis | wenige Euro | höher |
| Ankunftszeit | keine Rezeption, aber Ankunft erst am Abend | Rezeptionszeiten beachten |
| Rad sicher abstellen | am Zelt | oft Bügel vorhanden |
In der Praxis wechseln sich beide gut ab. Auf einer Dreitagestour ist ein Campingplatz in der Mitte angenehm — dort wird geduscht, geladen und warm gegessen. Die anderen Nächte gehören dem Wald.

Was man auf einem Trekkingplatz dabeihaben muss
Weil es nichts vor Ort gibt, verschiebt sich die Packliste:
- Wasser für den Abend und den Morgen. Das ist der Punkt, den Neulinge unterschätzen — zwei Flaschen reichen nicht für Kochen, Trinken und Zähneputzen. Im letzten Ort vor dem Platz auffüllen.
- Abendessen und Frühstück. Es gibt keinen Kiosk.
- Kocher, wenn es warm sein soll — auf ein Lagerfeuer sollte man sich nicht verlassen, bei Waldbrandgefahr ist es ohnehin verboten.
- Stirnlampe. Es gibt keine Beleuchtung.
- Müllbeutel. Alles kommt wieder mit.
Der Rest steht in der Bikepacking-Packliste. Für Zelt, Schlafsack und Isomatte gilt auf dem Trekkingplatz nichts anderes als sonst — welche drei Teile zusammenpassen, steht im Schlafsystem fürs Bikepacking. Und weil die Plätze in der Regel über Wald- und Schotterwege angefahren werden, lohnt vorher ein Blick darauf, welches Fahrrad dafür taugt.
Häufige Fragen zu Trekkingplätzen
Darf ich in Deutschland einfach im Wald zelten?
Nein — in Deutschland ist das Zelten in der freien Natur grundsätzlich nicht gestattet. Die Einzelheiten regeln die Länder unterschiedlich, über ihre Waldgesetze, Naturschutzgesetze und die Regelungen der jeweiligen Schutzgebiete. Hinzu kommt: Wald hat immer einen Eigentümer, und das Betretensrecht des § 14 Abs. 1 BWaldG deckt nur das Betreten zur Erholung, nicht das Übernachten. Einzelne Länder machen Ausnahmen — nach § 37 Abs. 2 LNatSchG SH dürfen nichtmotorisierte Wanderer außer in Nationalparken und Naturschutzgebieten abseits von Campingplätzen für eine Nacht zelten, allerdings nur, wenn sie privatrechtlich dazu befugt sind, also mit Zustimmung des Grundeigentümers. Ob ein Wegegebot gilt, steht in der Verordnung des jeweiligen Schutzgebiets. Was daraus im Einzelfall folgt, hängt vom Bundesland, vom Schutzstatus der Fläche und vom Eigentümer ab — wer es genau wissen will, muss für die konkrete Region nachsehen, denn pauschale Auskünfte im Netz sind hier regelmäßig falsch.
Was ist ein Trekkingplatz und was gibt es dort?
Ein Trekkingplatz ist eine kleine, ausgewiesene Fläche im Wald, auf der man mit vorheriger Buchung eine Nacht zelten darf, in manchen Netzen auch zwei. Es gibt Platz für ein bis wenige Zelte, meist eine Feuerstelle oder Grillstelle, oft eine einfache Toilette und manchmal eine Schutzhütte oder eine Bank. Strom, Trinkwasser, Dusche und Rezeption gibt es nicht. Erreichbar sind die Plätze in der Regel nur zu Fuß oder mit dem Rad, nicht mit dem Auto.
Wie buche ich einen Trekkingplatz und was kostet er?
Fast alle Trekkingplatz-Netze arbeiten nach demselben Muster: online buchen, Gebühr zahlen, Bestätigung aufs Telefon oder ausgedruckt mitnehmen. Die Gebühr liegt im Bereich weniger Euro pro Nacht und Zelt. Eine zentrale Buchungsseite gibt es nicht, denn die Netze sind regional organisiert — viele Bundesländer und einzelne Naturparks betreibt sein eigenes. Man sucht also nach dem Netz der Region, durch die die Tour führt.
Kann ich spontan hinfahren, wenn nichts gebucht ist?
Nein. Die Buchung ist die Erlaubnis — ohne sie zeltet man dort so unerlaubt wie überall sonst im Wald. Die Buchung geht allerdings meist bis kurz vor der Ankunft, solange Mobilfunk vorhanden ist. Genau da liegt die Falle: Im Wald ist er oft nicht vorhanden. Also vorher buchen, nicht erst am Platz.
Was, wenn der Platz belegt ist?
Deshalb wird gebucht — die Plätze sind auf eine bestimmte Zahl Zelte begrenzt, und die Buchung sichert einen davon. In der Hauptsaison und an Wochenenden sind beliebte Plätze früh ausgebucht. Für eine feste Tourenplanung heißt das: erst den Platz buchen, dann die Etappe darauf zuschneiden.
Welche Regeln gelten auf dem Platz?
Erlaubt ist meist nur eine Nacht pro Platz, in manchen Netzen höchstens zwei — es ist kein Camping, sondern ein Zwischenstopp: Ankunft am Abend, Abbau am Morgen. Feuer nur in der vorhandenen Feuerstelle, und nur wenn keine Waldbrandgefahr besteht. Der gesamte Müll wird wieder mitgenommen, auch der, den andere hinterlassen haben. Die Zahl der Zelte und Personen ist begrenzt und steht in der Buchung.
Gibt es das auch in Belgien?
In Wallonien gibt es „aires de bivouac“, die anders funktionieren als die deutschen Trekkingplätze: meist ohne Reservierung, für eine oder höchstens zwei Nächte und nicht für Gruppen — dafür ohne Platzgarantie; einzelne Zonen verlangen eine Buchung. Ein Verzeichnis führt bivakzone.be. Wer die deutsche Logik „Buchung ist die Erlaubnis“ mitnimmt, sucht dort ein Buchungssystem, das es nicht gibt. Dazu kommt ein dichtes Netz regulärer Campingplätze. Wer eine grenzüberschreitende Tour plant, sollte für jeden Abschnitt getrennt nachsehen — die Systeme sind national organisiert und nicht miteinander verbunden.
Und wenn ich einfach im Biwaksack unter freiem Himmel schlafe?
Die Unterscheidung gibt es tatsächlich: Wer nur mit Schlafsack, Isomatte oder offenem Tarp übernachtet, bewegt sich im Bereich des Biwakierens, das vielerorts eher geduldet als erlaubt ist — ein Rechtsanspruch entsteht daraus nicht. In Schutzgebieten ist beides regelmäßig untersagt. Was das im Einzelnen bedeutet, steht bei wildnisruf.de unter Erste Nacht ohne Zelt sicher planen. Ein gebuchter Trekkingplatz kostet wenige Euro und erspart die Frage.
Was muss ich auf einen Trekkingplatz mitbringen?
Weil es nichts vor Ort gibt, verschiebt sich die Packliste: Wasser für den Abend und den Morgen — zwei Flaschen reichen nicht für Kochen, Trinken und Zähneputzen, also im letzten Ort vor dem Platz auffüllen. Dazu Abendessen und Frühstück, denn es gibt keinen Kiosk, und einen Kocher, wenn es warm sein soll; auf ein Lagerfeuer sollte man sich nicht verlassen, bei Waldbrandgefahr ist es ohnehin verboten. Außerdem eine Stirnlampe, weil es keine Beleuchtung gibt, und einen Müllbeutel, denn alles kommt wieder mit. Der Rest steht in der Bikepacking-Packliste.
Trekkingplatz oder Campingplatz — was passt wann?
Auf dem Trekkingplatz ist die Ruhe sehr hoch, auf dem Campingplatz wechselhaft. Dusche, Strom zum Laden und Essen vor Ort gibt es nur auf dem Campingplatz, der dafür teurer ist und dessen Rezeptionszeiten man beachten muss, während es auf dem Trekkingplatz keine Rezeption gibt, die Ankunft dort aber ohnehin erst am Abend vorgesehen ist. In der Praxis wechseln sich beide gut ab: Auf einer Dreitagestour ist ein Campingplatz in der Mitte angenehm — dort wird geduscht, geladen und warm gegessen. Die anderen Nächte gehören dem Wald.
Anmerkungen und Belege
Regeln und Buchung: Trekking Eifel: Benutzerordnung und Nationalpark Eifel: Auf eigene Faust. Biwakzonen in Belgien: bivakzone.be (Dauer, Zielgruppe, Reservierung einzelner Zonen). Regeln für das Übernachten mit Zelt sind immer orts- und flächenbezogen zu prüfen.
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