Anfahrt zum Stoneman Arduenna: Von Aachen über das Hohe Venn nach Bütgenbach

Bepacktes Mountainbike beim Start in Aachen

Für meine Bikepacking-Tour hatte ich mir den Stoneman Arduenna ausgesucht. Die Strecke ist auf drei Etappen angelegt, lässt sich aber auch an einem Tag fahren. Mit Bikepacking-Taschen am Rad ist das dann schon etwas anspruchsvoll.

Ich wollte mir Zeit lassen und nicht mit dem Auto bis zum Startpunkt fahren. Also bin ich am Donnerstag, dem 5. August 2021, um kurz nach 13 Uhr im Aachener Frankenberger Viertel losgerollt — mit der Lenkertasche und der von mir liebevoll „Arschrakete“ genannten Satteltasche, beides von Ortlieb. 67 Kilometer und gut 870 Höhenmeter später stand mein Zelt auf dem Campingplatz in Bütgenbach.

Bepacktes Mountainbike beim Start in Aachen
Kurz nach 13 Uhr in Aachen. Spät dran, aber ich hatte ja den ganzen Nachmittag.

Durch Burtscheid hinauf in den Aachener Wald

Ich nahm zunächst meinen Standardweg: durch Burtscheid und den Wilhelm-Pitz-Weg hinauf in den Aachener Wald. Nach viereinhalb Kilometern machte ich an der Pionierquelle eine kurze Pause. Ein besonders schöner Ort, der immer wieder zum Verweilen einlädt.

Bepacktes Mountainbike an einer Bank an der Pionierquelle im Aachener Wald
Lenkertasche vorn, „Arschrakete“ hinten: mehr Gepäck braucht es für drei Tage nicht.

Über die Grenze: Zyklopensteine, Göhl und Raeren

Anschließend fuhr ich über die Raerener Gracht nach Belgien, vorbei an den Zyklopensteinen, Richtung Lichtenbusch und Eynatten, und querte die Göhl. Über Gut Landwehrring und Raeren kam ich nach etwa 18 Kilometern auf die Vennbahn, die ich nur kurz berührte — wie so oft — und dort am Naturlehrpfad vorbei.

Rastplatz am Naturlehrpfad bei Raeren
Kilometer 19, kurz vor 15 Uhr: Rast am Naturlehrpfad bei Raeren.

Weiter folgte ich der Vennstraße über die Wesertalstraße durch Mückenheide, bis ich am Knotenpunkt 87 ankam, wo ich erst einmal eine längere Pause einlegte. Bis dahin hatte ich rund 370 Höhenmeter in den Beinen.

Auch die nächsten Kilometer ließ ich langsam angehen: Bis zur Höhe von Pongsheck kamen noch einmal gut 115 Höhenmeter dazu, und außerdem machte ich auf einem großen Holzstapel eine einladende Pause.

Braunes Wasser aus dem Hochmoor

Ich kam auch am Torfwasserkanal vorbei, über den das Wasser aus dem Venn abläuft. Hier kann man immer die bräunliche Färbung bewundern, die vom Torf des Hochmoors kommt. Dass der Asphalt daneben nass glänzt, hat einen einfachen Grund: Es hatte an diesem Nachmittag schon geregnet.

Betonkanal mit braun gefärbtem Torfwasser neben einem nassen Waldweg
Torfwasser, braun wie kalter Tee. Der Weg daneben war nass — der erste Schauer lag schon hinter mir.
Wegweiser mit den Zielen Roetgen und Mützenich
Roetgen, Mützenich: Auf diesem Abschnitt liegt die Staatsgrenze mal links, mal rechts vom Weg.

Nach Knotenpunkten navigieren

Auf der ganzen Tour habe ich mich an den Knotenpunkten des ostbelgischen Radwanderwegenetzes orientiert. Das mache ich eigentlich immer so, wenn ich hoch ins Venn fahre: Es geht am schnellsten, und man kommt voran. Die Knotenpunkte sind wirklich hervorragend ausgeschildert.

Da ich hier nur auf der Anfahrt war und diesen Teil des Hohen Venns regelmäßig befahre, ließ ich es zügig angehen. Über Pongsheck ging es auf den Pilgerweg, vorbei an der Forsthütte Renerthött und weiter zum Arnoldskreuz auf 568 Metern.

Gedeckte Holzbrücke am Pilgerweg im Hohen Venn
Kilometer 35, kurz nach 17 Uhr: gedeckte Holzbrücke am Pilgerweg.
Offene Vennlandschaft unter Quellwolken
Zwischen den Schauern riss es auf. Solche Wolkentürme über dem Venn heißen aber nichts Gutes.

Eine Eidechse am Knotenpunkt 69

Auf einer Infotafel zu Ostbelgien entdeckte ich eine kleine Eidechse, die sich auf der Wanderkarte sonnte. Das war am Knotenpunkt 69, kurz vor halb sechs, bei Kilometer 39 auf gut 620 Metern Höhe.

Infotafel mit Wanderkarte am Knotenpunkt 69
Knotenpunkt 69 — solche Tafeln stehen im ganzen Netz.
Kleine dunkle Eidechse auf einer Wanderkarte
Die Mitbewohnerin der Wanderkarte ließ sich nicht stören.

Weiter ging es über das Gebiet von Weismes, vorbei am Heckenvenn und am Bovelsvenn. Bei Kilometer 45,7 war der höchste Punkt der Anfahrt erreicht: 657 Meter. Über Bohlenwege quert man hier das offene Moor — trockenen Reifens kommt man da sonst nicht durch.

Bohlenweg durch das offene Hochmoor im Hohen Venn
Bohlenweg durch das Hochmoor, kurz vor 18 Uhr.

Zurück auf der Vennbahntrasse

Von dort ging es am Truppenübungsplatz Elsenborn vorbei. Nach rund 51 Kilometern kam ich wieder auf den RAVeL L48, also die alte Vennbahntrasse, und legte dort eine weitere Pause ein. Neben dem grün markierten Radweg liegen hier noch die alten Gleise im Gras.

Grün markierter Radweg auf der Vennbahntrasse neben alten Gleisen
RAVeL L48 bei Elsenborn: links der Radweg, rechts die Gleise. Der Wegweiser zeigt Knotenpunkt 42, dazu 38 und 43.

Endspurt nach Bütgenbach

Da es schon spät wurde, habe ich anschließend richtig Gas gegeben: über Weywertz, den Janskaulbach, Nidrum und den Köningsbach bis nach Worriken zum Campingplatz. Um zehn nach acht war ich da.

Ortsschild Bütgenbach
Kurz nach 19 Uhr: geschafft, jedenfalls fast.

Quartier auf dem Campingplatz Worriken

Die Rezeption des Sport- und Ferienparks Worriken war noch besetzt, ich bezog also in aller Ruhe mein Quartier. Praktisch: Es gibt dort Bügel, an denen man das Fahrrad anschließen kann. Neben mir standen auch schon andere Biker.

Lageplan des Sport- und Ferienparks Worriken in Bütgenbach
Der Lageplan an der Rezeption: Durchgangscamping, Chalets, Bootshalle, zwei Restaurants.

Dann schlug ich mein Zelt auf — und hatte Glück. Kaum stand es und meine Sachen waren im Trockenen, fing es richtig an zu regnen. Nass wurde ich trotzdem noch, aber erst später. Nachdem ich mich im Zelt ein wenig erholt und auf dem Gaskocher einen Tee gemacht hatte, ging ich zum Abendessen ins Restaurant Mercator auf dem Gelände.

Es gab Spaghetti Veggie. Das war keine Zufallsbestellung: Vor mir lagen drei Tage Stoneman Arduenna mit Gepäck am Rad, und dafür wollten die Kohlenhydratspeicher gefüllt sein. Wer eine mehrtägige Tour vor sich hat, sollte den Abend davor nicht dem Zufall überlassen — eine große Portion Nudeln am Vorabend ist ungefähr das Verlässlichste, was man auf einem Campingplatz bekommen kann. Es war außerdem sehr lecker, was die Sache nicht schlechter macht.

Grünes Zelt mit Regentropfen auf dem Campingplatz Worriken, davor die Satteltasche
Am nächsten Morgen: Das Zelt hat die Nacht gehalten. Die Tropfen auf dem Außenzelt zeigen, was da runtergekommen ist.

Die Anfahrt in Zahlen

Alle Werte stammen aus dem aufgezeichneten Track, nicht aus der Erinnerung.

DatumDonnerstag, 5. August 2021
Von / nachAachen-Frankenberger Viertel → Worriken, Bütgenbach
Strecke67,4 km
Aufstieg / Abstiegca. 876 m / 488 m
Niedrigster / höchster Punkt168 m (Start) / 657 m (km 45,7)
Unterwegs13:02 bis 20:10 Uhr
Davon in Bewegungca. 5 h 13 min
RadMountainbike mit Ortlieb-Lenkertasche und Ortlieb-Satteltasche

Am nächsten Morgen ging es dann richtig los: der Stoneman Arduenna, erste Etappe.

Dieser Beitrag ist der Auftakt einer kleinen Serie. Auf die Anfahrt folgen die drei Etappen — und zwar in der Reihenfolge, in der ich sie tatsächlich gefahren bin. An die offizielle Etappenplanung habe ich mich nämlich nicht gehalten: Ich bin an der Touristeninformation gestartet, die zugleich Kontrollpunkt ist, und habe von dort aus weitergezählt. Aber das sind eigene Geschichten.

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